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2017 israel 2Tag 1: 18. April 2017

Sehr früh am Morgen ging es los. Treffpunkt am Bahnhof in Ravensburg zur Anreise nach Frankfurt. Befragung und Check- In verliefen problemlos. Wir sitzen in der ELAL-Maschine zum Flug nach Tel Aviv. Pünktlich um 16:10 Uhr die Landung. In der Ankunftshalle erwarten uns Scharon und ein Minibus zum Transfer auf die Golan Höhen. Während der Fahrt erklärt uns Scharon das Programm für die nächsten zwei Tage.



Tag 2: 19. April 2017

Nach dem gemeinsamen Frühstück bei unserer Gastgeberin erhielten wir vor unserer Abfahrt zu unserem Tagesprogramm einen kurzen Rundgang durch den Kibbuz El-Rom, in dem wir die wichtigsten sozialen Einrichtungen kennenlernen durften. Hierbei wurde uns u.a. erklärt, dass die Siedlung 1971 gegründet wurde und aktuell ca. 350 Einwohner vorweist.

Das erste Ziel unseres Tagesprogramms war eine Grenzanlage in den Golan-Höhen. Auf der Anhöhe, die als Denkstätte für die Gefallenen des Yom-Kippur-Krieges von 1973 konzipiert ist, hatten wir einen guten Ausblick auf die Ebene, die Israel von Syrien trennt, und auf die syrischen Siedlungen in der Ferne. Unsere Gastgeberin berichtete uns über Einzelheiten dieses Krieges und die Heldentaten der israelischen Streitkräfte, die einer Übermacht an syrischen Panzereinheiten in diesem Frontabschnitt standhalten konnten.

Die zweite Station unseres Programms war der Banyas-Nationalpark am Fuße des Hermongebirges. Unser eigentliches Ziel im Nationalpark war einer der Quellflüsse des Jordans -  der Banias bzw. der „Nachal Hermon“ und der 10-Meter hohe Wasserfall im südlichen Teil des Reservats. Wir bekamen einen Einblick in die Üppigkeit der regionalen Pflanzenwelt und über die Bedeutung dieses Quellflusses für die Wasserversorgung des Landes. Anschließend fuhren wir mittags zu einem Picknick zum Jordan, bei dem wir uns mit unseren Gastgebern rege über zukünftige Inhalte einer Kooperation austauschten.  

Als nächstes durften wir während des Nachmittages in Begleitung unserer Gastgeberin die kulturell-sportliche Infrastruktur der Region „Galil Elion“ kennenlernen. Hierzu besuchten wir eine zentrale Sportanlage, auf der wir konkret ein Konservatorium und eine Sporthalle der lokalen Basketball-Mannschaft besichtigen konnten. Insbesondere waren wir hier von der logistischen Leistung der Offiziellen beeindruckt, die den zeitnahen Transport der Kinder und Jugendlichen zwischen den einzelnen Anlagen gewährleisten.

Das letzte Ziel unseres Nachmittagsprogramms war ein offizieller Besuch im zentralen Verwaltungsgebäude der Region „Galil Elion“ in Kirjat Schmona. Hier wurden wir vom Gouverneur der Region Kirijat Schmona bei einem leckeren türkischen Kaffee eingeladen, Näheres über die Region zu erfahren.

Er berichtete uns über die wichtigsten wirtschaftlichen Daten und über das soziale Gefüge der Region. Hierbei unterstrich er auch die günstigen Bedingungen der Region für den  Sporttourismus und für den interkulturellen Austausch mit Deutschland. In diesem Zusammenhang erwähnte er stolz die bereits bestehende gute Partnerschaft mit dem Landkreis Ludwigsburg. Nach unserem Austausch mit dem Gouverneur führte uns seine Mitarbeiterin durch den nah gelegenen „Wald der Freundschaft“, den die beiden deutsch-israelischen Partner als Siegel ihrer Freundschaft angelegt hatten und Besuchern gerne präsentieren.

Das krönende Finale dieses sehr intensiven und informationsreichen Tages war schließlich ein Abschlussessen mit unseren Gastgebern in einem sehr schönen Restaurant mit vielen regionalen Köstlichkeiten.   

Tag 3: 20. April 2017

Es galt eine weite Strecke zu überwinden. Auf dem Plan war das Dokumentationszentrum Massua und die Badminton Hochburg Hazor. Die Enttäuschung war groß, als wir erfuhren, dass der Besuch in Massua ausfallen wird. Also fuhren wir durch nach Hazor, wo uns Gastgeber Nir Sadeh gegen 17:00 Uhr empfing. Kaum hatten wir unsere Zimmer bezogen, ging es auf Informations-Rundgang durch den Kibuz und dessen Sporthallen.

Nir, der mit der Sportjugend Friedrichshafen bereits gute Erfahrungen machte, zeigte großes Interesse, einen weiteren Partner im süddeutschen Raum für weitere Begegnungen auf Jugendebene zu finden. Den Abend verbrachten wir im Begegnungsraum des Kibuz, mit interessanten Gesprächen mit Sport und Kibuz Mitgliedern.

Tag 4: 21. April 2017   

Ausgangspunkt Kibbuz Chazor

Der Besuch von „Neve Shalom – Wahat al Salam“ steht heute auf unserem Vormittagsprogramm. Die Gemeinde, deren hebräisch-arabischer Name „Oase des Friedens“ bedeutet, ist in Israel einzigartig.

Während sich die politischen Fronten zwischen Palästinensern und Israelis zunehmend verhärten, der Bau der Mauer fortgeführt wird und Gewalttaten immer wieder die Schlagzeilen füllen, bedeutet dieses gleichberechtigte Zusammenleben in Frieden einen Hoffnungsschimmer.
 
Boaz (wohnhaft in Neve Shalom – Wahat al Salam) erzählt uns über die Gründung und Ideologie dieses Dorfes und schildert in bewegenden Erzählungen von der täglichen Herausforderung des Zusammenlebens, er sensibilisiert für die jüdische als auch für die palästinensische Sicht der Geschichte und Politik und macht damit deutlich, dass ein Leben in Akzeptanz und Toleranz durchaus möglich ist.

Den Abschluss des bewegenden Rundganges bildet der Besuch der „Doumia“ (arab. „stiller Raum“), am Ende des Dorfes auf einem Aussichtshügel gelegen. Dieser spirituelle Ort (als Halbkugel erbaut) dient als Synagoge, Moschee und Kirche.

Nach diesem ernsten Vormittag tauchen wir in die Dynamik eines Volleyballspieles in Ashdod ein und fiebern mit unseren Gastgebern um den Sieg ihres Regionalteams.

Nach der Rückkehr in den Kibbuz bleibt uns wenig Zeit uns auf Erev Shabbat einzustimmen und dem damit verbundenen Festessen im Speisesaal, wo wir wähhrend des Essens die Gelegenheit nutzen, uns über die Bedeutung und den Hintergrund des Shabbats zu informieren.

Zum Abschluss des heutigen Tages unternimmt unser Gastgeber Nir  mit uns einen Rundgang durch seinen Kibbuz und zeigt uns kleine Sehenswürdigkeiten wie z.B. eine Galerie von sechs Künstlern des Ortes. Am interessantesten und lebhaftesten sind die Erzählungen seiner eigenen Erfahrungen und Erlebnisse im ehemaligen Kinderhaus, welches noch bis etwa 1980 in Betrieb war.

Nach Neve Shalom.

Tag 6: 23. April 2017 – letzter Tag unserer Begegnungsreise

Unsere Gastgeber aus den verschiedenen Kibbuzim/Moschawim bringen uns pünktlich in den Kibbuz Yad Mordechai, wo wir von Nava Gal, der Hauptorganisatorin der israelischen Partner, erwartet werden. Sie gibt uns eine Einführung in die Geschichte des Ortes und des dortigen Museums.

Den wenigen, schlecht ausgerüsteten Bewohnern des Kibbuz Yad Mordechai (benannt nach dem Anführer des Widerstandes im Warschauer Ghetto Mordechai Anielewicz) gelang es im israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 vorrückende feindliche ägyptische Bataillone aufzuhalten. Die Ägypter zogen sich zurück, sodass sich die israelischen Truppen neu sammeln konnten. Diese Schlacht wird durch eine Installation im Museum veranschaulicht. Der zweite Teil des Museums zeigt jüdisch aschkenasisches Leben vor dem 2. Weltkrieg (Polen), dem Herkunftsland des Ghettokämpfers, bis hin zur Shoa. Besonders beeindruckt das Modell des Warschauer Ghettos.

Nach einem kurzen Mittagessen im Speisesaal des Kibbuzes bringt uns ein Kleinbus zu einem etwas erhöht gelegenem Punkt, nahe dem Gazastreifen. Dort hören wir von 2 Bewohnern aus Yad Mordechai über die Problematik dieser Region, was zu vielen Fragen unsererseits führt. Sehr berührt waren wir alle, als wir die persönliche Geschichte dieses Aussichtsplatzes hörten. Der Bruder der jungen Frau Davna (unserer israelischen Begleiterin) war in einem Helikopter im Libanonkrieg als junger Mann ums Leben gekommen. Ihre Familie baute auf diesem Platz ein riesiges Windspiel, welches durch den immerwährenden Wind sanfte Tonmelodien erzeugt. Diese sollen vom Wind in alle Richtungen getragen werden für den Frieden!
 
Weiter geht die Fahrt weiter südlich nach Sha’ar haNegev (Tor des Negev), zwischen Aschqelon und Be’er Sheva gelegen. Dort befindet sich u.a. eine neu erbaute Junior Highschool, die von 1800 Schülern aus den umliegenden Städten Kibbuzim und Moschwim besucht wird. Das Besondere an der Schule ist zum einen die Unterrichtsform, die zwischen praktischen und theoretischen Teilen wechselt, zum anderen die verschiedenen Schwerpunkte in Kunst, Wissenschaft, Technik...... mit einem sehr hohen Niveau. Die Schulleiterin weist auf die exponierte Lage der Schule hin. Auf Grund des Raketenbeschusses aus Gaza sind viele Luftschutzbunker erforderlich, welche in verschiedenen bunten Farben auf dem Schulgelände stehen, die identisch sind mit den Farben der Klassenräume. Dieses System ermöglicht den Kindern bei Raketenangriffen innerhalb von 3 Minuten in Sicherheit zu sein. Wir haben das Glück, eine Übungseinheit der Bat Sheva Dance Company aus Tel Aviv zu sehen und werden zu einer Kunstturnvorführung von Kindern eingeladen - beides sehr beeindruckend. Als letztes besuchten wir ein ebenfalls auf dem Gelände befindliches „Hydrotherapiezentrum“, wo einer der Therapeuten geduldig alle unsere Fragen beantwortet.

Zurück in Yad Mordechai werden wir erwartet von allen Israelis, die uns in dieser Woche begleitet, geführt, für uns organisiert haben, die unsere Gastgeber waren. Alle zusammen lassen wir diese gemeinsamen Tage Revue passieren, es ist Raum für Lob und Kritik. Einstimmig kommen wir zu dem Ergebnis, dass solche Begegnungen auf Grund unserer gemeinsamen Geschichte von großer Wichtigkeit sind, wie die Begegnungen der letzten Jahre zeigten. Wir alle wollen daran weiterarbeiten!
 
Bei einem liebevoll zubereiteten Abendessen ließen wir diese gemeinsame Woche, die für beide Seiten gefüllt mit interessanten neuen Erfahrungen, Gesprächen, Informationen war, zufrieden und entspannt ausklingen ... Lehitra’ot – Auf Wiedersehen!

 

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